Japanische Gärten – Symbole des Lebens

Japanische Gärten üben mit ihrer friedlichen Atmosphäre, ihrer Harmonie und der auf kleinster Fläche erreichten Komplexität einen außerordentlichen Reiz auf den Betrachter aus. Die scheinbare Natürlichkeit und die wohlproportionierte Struktur sind das Maß der Vollkommenheit. Sie machen diese Grünanlagen zu Orten voller geheimnisvoller Ruhe und Schönheit mit großer symbolischer Kraft.

Oft werden bewusst holperige, unebene Wege angelegt, um den Besucher zum aufmerksamen Betrachten anzuregen. Gerade Wege dagegen sollen den Blick in eine bestimmte Richtung lenken. Der Mensch versteht sich als ein integrierter Bestandteil seiner Umgebung und demonstriert nicht durch Formalität und Sichtachsen seine Macht über die Natur.

Lange Zeit wurde die japanische Gartenkultur durch chinesische Einflüsse geprägt. Erst im 13. Jahrhundert entstand durch den einflussreichen japanischen Zen-Meister und Gartengestalter Muso Soseki der typische Stil, der durch Asymmetrie und Kleintei-ligkeit beeindruckte statt durch weitläufige Landschaftskonzepte und Abstraktion. Einige klassische Elemente finden sich jedoch in fast jedem japanischen Garten – etwa der Teich, in dem sich Mondlicht und Seele spiegeln, Bäume, Blumen, Moos – alles dient als Symbol und ist Schlüssel zu einer anderen, metaphysischen Dimension. Traditionell sind in Japan drei Gartenstile von Bedeutung: Karesansui, Tsukiyama, und Chaniwa. Read the rest of this entry »